Festgeld ist eine sichere Geldanlage mit fester Laufzeit und festem Zins. Du legst einen Betrag für einen vereinbarten Zeitraum an und kennst die Rendite von Anfang an. Im Juni 2026 liegen die Zinsen je nach Laufzeit bei etwa 2,4 bis 3,5 Prozent pro Jahr. Einlagen sind bis 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich geschützt — ideal für planbare Sparziele, weniger für den langfristigen Vermögensaufbau.
Was ist Festgeld?
Zinsen & Laufzeiten 2026
Einlagensicherung
Festgeld in der Vorsorge
Zinstreppe-Strategie
Worauf achten?
Konto eröffnen
Am Laufzeitende
Häufige Fragen
Wer Sicherheit und Planbarkeit schätzt, kommt am Festgeld kaum vorbei. Im Gegensatz zum flexiblen Tagesgeld bindet es das Geld für eine feste Zeit — und belohnt das oft mit einem etwas höheren, garantierten Zins. Stand: Juni 2026.
Was ist Festgeld?
Festgeld (auch Termingeld) ist eine Anlage, bei der du einen Betrag für eine vorab festgelegte Laufzeit bei einer Bank anlegst. Während dieser Zeit ist der Zinssatz fest und das Geld in der Regel nicht verfügbar. Am Ende der Laufzeit erhältst du dein Kapital samt Zinsen zurück. Diese Planbarkeit ist der größte Vorteil: Du weißt vom ersten Tag an genau, wie viel am Ende herauskommt — unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen entwickeln.
Zinsen und Laufzeiten 2026
Die Festgeldzinsen hängen stark von der gewählten Laufzeit und dem Anbieter ab. Im Juni 2026 bewegen sich die Konditionen in einem Bereich von etwa 2,4 bis über 3,4 Prozent pro Jahr. Typische Laufzeiten reichen von drei Monaten bis zu zehn Jahren:
- Kurze Laufzeiten (3–12 Monate): mehr Flexibilität, meist etwas niedrigerer Zins.
- Mittlere Laufzeiten (2–3 Jahre): häufig der beste Kompromiss aus Zins und Bindung.
- Lange Laufzeiten (4–10 Jahre): sichern den aktuellen Zins lange, bergen aber das Risiko, bei steigenden Marktzinsen zu früh festgelegt zu haben.
Wie beim Tagesgeld gilt: Zinserträge oberhalb des Sparerpauschbetrags unterliegen der Abgeltungsteuer; ein Freistellungsauftrag verhindert den vorzeitigen Abzug.
Wie sicher ist Festgeld?
Festgeld zählt zu den sichersten Anlageformen. Es unterliegt der EU-weit harmonisierten gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei Angeboten ausländischer Banken solltest du auf die Bonität des jeweiligen Landes und die Verlässlichkeit seines Sicherungssystems achten — ein besonders hoher Zins kann ein Hinweis auf höheres Risiko sein. Wer große Summen anlegt, verteilt sie sinnvollerweise auf mehrere Institute.
Festgeld in der Altersvorsorge
Festgeld eignet sich für planbare Sparziele in der Mittelfrist — etwa Geld, das in einigen Jahren für eine konkrete Anschaffung oder als sicherer Puffer bereitstehen soll. Für den langfristigen Vermögensaufbau über Jahrzehnte ist es dagegen meist zu renditeschwach: Nach Steuern und Inflation bleibt häufig kaum realer Zuwachs. Diese Aufgabe übernehmen renditeorientierte Bausteine besser. Wie groß deine Versorgungslücke ist und wie viel du langfristig zurücklegen solltest, zeigt der Rentenlücken-Rechner.
Die Zinstreppe als clevere Strategie
Ein bewährter Trick gegen das Zinsänderungsrisiko ist die Zinstreppe (englisch „laddering“): Statt die gesamte Summe in eine Laufzeit zu stecken, verteilst du sie auf mehrere Festgelder mit gestaffelten Laufzeiten — zum Beispiel über ein, zwei und drei Jahre. So wird regelmäßig ein Teil frei, den du flexibel zum dann gültigen Zins neu anlegen kannst. Das verbindet Planbarkeit mit einem Stück Flexibilität.
Festgeld im Ausland und die Steuer
Besonders hohe Zinsen werben oft Banken aus dem europäischen Ausland. Solche Angebote sind über Plattformen bequem erreichbar und über die Einlagensicherung des jeweiligen Heimatlandes bis 100.000 Euro geschützt. Wichtig ist hier zweierlei: die Bonität des Landes, dessen Sicherungssystem im Ernstfall einspringen müsste, und die Quellensteuer. Einige Länder behalten auf Zinsen eine Quellensteuer ein, die du dir per Bescheinigung teils erstatten lassen oder auf die deutsche Steuer anrechnen kannst — das bedeutet Aufwand. Bei inländischen Banken wird die Abgeltungsteuer dagegen automatisch abgeführt, sofern kein Freistellungsauftrag vorliegt.
Festgeld, Sparbrief oder Anleihe?
Festgeld ist nicht die einzige Form der sicheren, verzinsten Geldanlage. Verwandt sind der Sparbrief (ähnlich, oft von Sparkassen und Genossenschaftsbanken) und Staatsanleihen sicherer Länder. Anleihen lassen sich anders als Festgeld börsentäglich verkaufen, unterliegen dafür aber Kursschwankungen. Für die meisten Privatanleger bleibt Festgeld die einfachste und transparenteste Variante, um Geld für einen festen Zeitraum sicher und planbar zu verzinsen. Wer höhere Renditechancen sucht und Schwankungen aushält, kombiniert es mit Kapitalmarktanlagen.
Der wunde Punkt: Inflation
So sicher Festgeld ist — gegen die Inflation ist es nur bedingt gewappnet. Liegt die Teuerung über dem Festgeldzins, verliert dein Geld real an Kaufkraft, obwohl der Kontostand wächst. Über kurze und mittlere Zeiträume ist das verkraftbar; für den Vermögensaufbau über Jahrzehnte ist es ein ernstes Problem. Deshalb gilt: Festgeld für Sicherheit und Planbarkeit, renditeorientierte Anlagen für den langfristigen realen Vermögenszuwachs. Wie du beides sinnvoll gewichtest, hängt von deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft ab.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Vergleiche nicht nur den nominalen Zins, sondern auch: die Einlagensicherung des Anbieterlandes, die Mindest- und Höchstanlagesumme, ob die Zinsen jährlich oder erst am Laufzeitende gutgeschrieben werden, und ob eine vorzeitige Verfügung überhaupt möglich ist. Gerade bei langen Laufzeiten solltest du sicher sein, das Geld nicht zwischenzeitlich zu brauchen.
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Beispielhafte Darstellung des Vergleichsmoduls. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Konditionen der Anbieter; Zinsangaben ohne Gewähr.
Ein Beispiel zur Zinstreppe
Angenommen, du möchtest 30.000 Euro sicher anlegen, ohne dich auf eine einzige Laufzeit festzulegen. Mit einer Zinstreppe verteilst du die Summe auf drei Festgelder zu je 10.000 Euro mit Laufzeiten von einem, zwei und drei Jahren. Nach dem ersten Jahr wird der erste Teil frei: Du kannst ihn ausgeben oder zum dann gültigen Zins erneut für drei Jahre anlegen. So wird jedes Jahr ein Drittel verfügbar, und du bist nie komplett gebunden. Steigen die Zinsen, profitierst du beim Wiederanlegen; fallen sie, hast du den Großteil noch zu den alten, höheren Konditionen liegen. Diese einfache Strategie nimmt dem Zinsänderungsrisiko viel von seiner Schärfe — ganz ohne Spekulation.
Wie eröffnest du ein Festgeld-Konto?
Ein Festgeld-Konto ist in wenigen Schritten online eröffnet — meist genügen ein Ausweis und ein vorhandenes Girokonto als Referenz. Der Ablauf ähnelt sich bei fast allen Anbietern und dauert in der Regel nur wenige Minuten am Bildschirm, der Rest erledigt sich automatisch im Hintergrund. So gehst du vor:
- Konditionen vergleichen: Wähle Laufzeit und Anbieter nach Zins, Einlagensicherung und Mindestanlage. Im Juni 2026 reicht die Spanne je nach Laufzeit von etwa 2,4 bis über 3,4 Prozent pro Jahr.
- Antrag ausfüllen: Du gibst persönliche Daten und die gewünschte Anlagesumme an. Häufig wird das Festgeld über ein begleitendes Tagesgeld- oder Verrechnungskonto desselben Instituts abgewickelt.
- Identität bestätigen: Die Legitimation erfolgt per VideoIdent (Ausweis vor der Kamera) oder PostIdent in einer Filiale. Ohne diesen Schritt wird kein Konto freigeschaltet.
- Referenzkonto hinterlegen: Du nennst dein eigenes Girokonto. Von dort wird die Anlagesumme eingezogen, und genau dorthin fließt das Geld am Laufzeitende mit den Zinsen automatisch zurück. Auszahlungen sind aus Sicherheitsgründen nur an dieses Konto möglich.
- Geld überweisen: Sobald die Summe eingegangen ist, beginnt die Laufzeit, und der vereinbarte Zins ist von diesem Tag an garantiert.
Achte beim Vergleich auch darauf, ob ein Freistellungsauftrag direkt bei der Eröffnung hinterlegt werden kann. So bleiben Zinserträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person steuerfrei, ohne dass die Bank vorab Abgeltungsteuer einbehält. Bei einem gemeinsamen Konto verdoppelt sich der Betrag auf 2.000 Euro.
Was passiert am Laufzeitende?
Am Ende der Laufzeit zahlt die Bank dein Kapital samt Zinsen aus — aber nicht immer automatisch aufs Referenzkonto. Viele Institute verlängern das Festgeld stillschweigend zu den dann gültigen Konditionen, wenn du nicht rechtzeitig widersprichst. Diese sogenannte Prolongation kann praktisch sein, ist aber oft teuer, weil die Verlängerung selten zum besten Marktzins erfolgt. Achte deshalb auf die Vereinbarung in deinem Vertrag:
- Automatische Verlängerung: Ohne aktives Handeln läuft das Festgeld zur gleichen Laufzeit weiter — zu dem Zins, der zum Verlängerungszeitpunkt gilt, nicht zum ursprünglichen.
- Auszahlung aufs Referenzkonto: Bei vielen Anbietern ist das die Voreinstellung; das Geld steht dann wieder frei zur Verfügung.
- Kündigungsfrist beachten: Willst du die Prolongation vermeiden, musst du der Verlängerung meist einige Tage oder Wochen vor Laufzeitende widersprechen. Eine Notiz im Kalender lohnt sich.